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<title>Fort Chambray</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Fort Chambray</span></h1>
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<p><b>Fort Chambray</b> ist eine während der Zeit der Herrschaft des <a href="Geschichte_des_Johanniterordens" title="Geschichte des Johanniterordens">Johanniterordens</a> ab 1749 erbaute <a href="Festung" title="Festung">Festung</a> auf der <a href="Malta" title="Malta">maltesischen</a> Insel <a href="Gozo" title="Gozo">Gozo</a>. Das westlich von <a href="M%C4%A1arr_(Gozo)" title="Mġarr (Gozo)">Mġarr</a> gelegene Fort war die letzte größere Befestigungsanlage, die vom Orden auf Gozo errichtet wurde. Das Fort wurde im <a href="Bastion%C3%A4rsystem" class="mw-redirect" title="Bastionärsystem">bastionären</a> Festungssystem nach den Vorstellungen <a href="S%C3%A9bastien_Le_Prestre_de_Vauban" title="Sébastien Le Prestre de Vauban">Vaubans</a> angelegt und war in seiner ursprünglichen Anlage weitgehend bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts erhalten.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Vorgeschichte">Vorgeschichte</h2></div>
<p>Die etwa sechs Kilometer nordwestlich der Hauptinsel Malta liegende und von dieser durch den <a href="Gozokanal" title="Gozokanal">Gozokanal</a> getrennte Insel Gozo lieferte bis in das 19. Jahrhundert einen großen Teil der auf dem Archipel benötigten Lebensmittel. 1547 und 1550 überfielen <a href="Osmanisches_Reich" title="Osmanisches Reich">osmanische</a> Truppen die Insel, dabei wurden 1550 mehr als 1000 Einwohner in die Sklaverei verschleppt, was praktisch einer Entvölkerung der Insel gleichkam. Zusammen mit den 1548 und 1551 erfolgten Überfällen auf die Hauptinsel führte dies zu einer Hungersnot, die die Einwohnerzahl auf den niedrigsten Stand dieses Jahrhunderts sinken ließ. Zusätzlich bestand noch die Gefahr, das Gozo als Ausgangspunkt für eine Invasion der Hauptinsel genutzt werden konnte. Der Befestigung Gozos kam daher eine gewisse Bedeutung zu. Bei Inbesitznahme des Archipels durch den Johanniterorden war lediglich die <a href="Cittadella_(Gozo)" title="Cittadella (Gozo)">Zitadelle</a> der im Inneren Gozos gelegenen Hauptstadt <a href="Victoria_(Malta)" title="Victoria (Malta)">Rabat</a> befestigt. Dabei handelte es sich jedoch um eine mittelalterliche Burganlage ohne <a href="Bastion" title="Bastion">Bastionen</a>, die bereits zu diesem Zeitpunkt aufgrund der aufkommenden <a href="Gesch%C3%BCtz" title="Geschütz">Pulvergeschütze</a> nicht mehr den militärischen Anforderungen genügte. Vom Orden wurde die Zitadelle modernisiert und erweitert, das Gelände und die begrenzten finanziellen Mittel des Ordens ließen jedoch eine entscheidende Verstärkung dieser Befestigungsanlage nicht zu. Auch konnte die Zitadelle im Falle eines Angriffs maximal einem Viertel der Bevölkerung Gozos Zuflucht gewähren.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Während der Herrschaft des <a href="Gro%C3%9Fmeister_(Ritterorden)" class="mw-redirect" title="Großmeister (Ritterorden)">Großmeisters</a> <a href="Alof_de_Wignacourt" title="Alof de Wignacourt">Alof de Wignacourt</a> errichteten die Ritter des Ordens auf Malta und Gozo ein System von Befestigungstürmen, die als <a href="Wignacourt_Towers" title="Wignacourt Towers">Wignacourt Towers</a> bekannt sind. Auf Gozo wurden 1605 der <a href="St_Martin%E2%80%99s_Tower" title="St Martin’s Tower">St Martin’s Tower</a> bei Mġarr und 1616 der <a href="Marsalforn_Tower" title="Marsalforn Tower">Marsalforn Tower</a> errichtet. Diese Türme überwachten für eine Anlandung geeignete Küstenabschnitte. Aufgrund ihrer Größe und Bemannung konnten sie jedoch im Falle einer Invasion nur für eine begrenzte Zeit verteidigt werden, auch boten sie der Bevölkerung keine Zuflucht. Für die Abwehr von Streifzugunternehmen und Angriffen von <a href="Barbaresken-Korsaren" title="Barbaresken-Korsaren">Korsaren</a> durchaus geeignet, konnten sie das Problem der Verteidigung Gozos im Falle einer Invasion nicht lösen. Unter Großmeister <a href="Jean_de_Lascaris-Castellar" title="Jean de Lascaris-Castellar">Jean de Lascaris-Castellar</a> wurden zwischen 1630 und 1647 weitere <a href="Lascaris_Towers" title="Lascaris Towers">Türme</a> gebaut, die aufgrund ihrer Bauweise jedoch keine schweren Waffen tragen konnten und nur als Beobachtungstürme brauchbar waren. Die während der Herrschaft des Großmeisters <a href="Martin_de_Redin" title="Martin de Redin">Martin de Redin</a> von 1657 bis 1660 erbauten <a href="De_Redin_Towers" title="De Redin Towers">De Redin Towers</a> konnten zwar ein kleines Geschütz aufnehmen, dienten aber auch vorrangig als Beobachtungsposten.
</p><p>Daher hatte bereits 1599 Giovanni Rinaldi die Möglichkeit des Baus eines Forts westlich von Mġarr untersucht. Rinaldi verwarf jedoch seinen Vorschlag, da der für den Bau vorgesehene Ort durch das höher liegende Gelände im Norden beherrscht wurde. Außerdem hielt er den anstehenden <a href="Kalkstein" title="Kalkstein">Kalkstein</a> für zu weich und zu wenig tragfähig, um eine mächtige Befestigungsanlage zu errichten.<sup id="cite_ref-Hughes_2-0" class="reference"><a href="#cite_note-Hughes-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Im Jahre 1714 wurde der Bau eines Forts erneut erwogen, nachdem ein Bericht die Gefahr einer Besetzung der Insel aufgezeigt hatte. Das Fort sollte nach einem Entwurf des französischen Ingenieurs Jacob de Tigné errichtet werden. Aufgrund fehlender finanzieller Mittel wurde der Bau jedoch auf unbestimmte Zeit verschoben.<sup id="cite_ref-Hughes_2-1" class="reference"><a href="#cite_note-Hughes-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Bau_und_Entstehung">Bau und Entstehung</h2></div>


<p>Im Jahr 1749 erklärte sich Generalleutnant <a href="Jacques_Fran%C3%A7ois_de_Chambray" title="Jacques François de Chambray">Jacques François de Chambray</a>, Kommandeur der Malteser Galeeren, bereit, den Bau des Forts zu finanzieren. Obwohl zwischen den beteiligten Festungsbaumeistern noch unterschiedliche Ansichten über die Anlage des Forts bestanden, wurde der Bau zügig begonnen. Für den Bau war Francesco Maradon verantwortlich. Im Jahre 1757 war der Bau der nach Norden ausgerichteten Landfront des Forts weitgehend abgeschlossen.<sup id="cite_ref-Hughes_2-2" class="reference"><a href="#cite_note-Hughes-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die Anlage des Forts folgt dem von <a href="S%C3%A9bastien_Le_Prestre_de_Vauban" title="Sébastien Le Prestre de Vauban">Sébastien Le Prestre de Vauban</a> entwickelten <a href="Bastion%C3%A4rsystem" class="mw-redirect" title="Bastionärsystem">bastionären</a> Festungssystem. Die Landfront besteht aus einer breiten <a href="Bastion" title="Bastion">Zentralbastion</a> und zwei seitlichen Halbbastionen. Alle Bastionen sind durch eine <a href="Kurtine" title="Kurtine">Kurtine</a> verbunden. Den Bastionen und Kurtinen ist ein breiter trockener Graben vorgelagert. Die Zentralbastion, <i>St Paul’s bastion</i> genannt, wird durch eine im Graben liegende <a href="Kontergarde" title="Kontergarde">Kontergarde</a>, <i>St Paul’s counterguard</i> geschützt. Vor der die westliche gelegene <i>St Anthony’s bastion</i> und die Zentralbastion verbindenden Kurtine wurde im Graben ein <a href="Ravelin" title="Ravelin">Ravelin</a> angelegt. Der in der zwischen der Zentralbastion und der ostwärts gelegenen <i>Notre-Dame demi-bastion</i> gelegene Haupteingang des Forts wurde durch einen weiteren Ravelin gedeckt. An seinem westlichen Ende wurde der Graben durch eine <a href="Batterie_(Milit%C3%A4r)" title="Batterie (Militär)">Batterie</a> abgeschlossen. Auf der feindwärtigen Seite des Grabens wurden in den einspringenden Winkeln <a href="Waffenplatz" title="Waffenplatz">Waffenplätze</a> angelegt. Über die gesamte Länge zog sich ein <a href="Gedeckter_Weg" title="Gedeckter Weg">gedeckter Weg</a>, der durch quer laufende <a href="Traverse_(Festungsbau)" title="Traverse (Festungsbau)">Traversen</a> gesichert war. Am westlichen Ende wurde der Weg durch eine weitere Batterie abgeschlossen. Der Zugang zum Fort erfolgte vom vorgelagerten Waffenplatz über eine Brücke zum Ravelin und von dort über eine weitere Brücke zum Tor in der Kurtine. Beide Brücken besaßen einen Abschnitt, der als <a href="Zugbr%C3%BCcke" title="Zugbrücke">Zugbrücke</a> hochgeklappt werden konnte. Die Gräben wurden in den anstehenden Kalkstein getrieben, die Mauern aus diesem Baumaterial errichtet. Wie schon bei den Befestigungstürmen kamen dabei für innere und äußere Mauer unterschiedliche Sorten von Kalkstein zur Anwendung. Der Raum zwischen diesen Mauern wurde mit Schotter gefüllt. Die nordwärts ausgerichtete Landfront stellte die am stärksten befestigte Seite des Forts dar.<sup id="cite_ref-Hughes_2-3" class="reference"><a href="#cite_note-Hughes-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die westlich und ostwärts ausgerichteten Seiten des Forts waren weniger stark befestigt. Aus der nordwestlich gelegenen <i>St Anthony’s bastion</i>, die ursprünglich als Halbbastion geplant war, wurde eine vollwertige Bastion entwickelt. Sie wurde durch eine lange Kurtine mit der südwestlich gelegenen <i>St Angelo’s bastion</i> (auch als <i>Guardian Angel bastion</i> bezeichnet) verbunden. Auf dieser Bastion wurde 1760 ein ovales Pulvermagazin errichtet, das durch zusätzliche Mauern geschützt wurde. An der ostwärtigen Seite wurde von der <i>Notre-Dame demi-bastion</i> ein Wall bis zur Steilküste geführt. Auf diesem Wall wurden Geschützstellungen errichtet, die den Hafen von Mġarr beherrschten. Da im Süden das Gelände zur Küste steil abfällt, erschien eine stärkere Befestigung dort entbehrlich. Diese Seite der Festung wird lediglich durch eine Traverse gesichert. Die Aufstellung von Geschützen war dort offensichtlich nicht vorgesehen, eine Sicherung oder gar Beherrschung des <a href="Gozokanal" title="Gozokanal">Gozo Channel</a> damit nicht möglich.<sup id="cite_ref-Hughes_2-4" class="reference"><a href="#cite_note-Hughes-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-Spiteri_4-0" class="reference"><a href="#cite_note-Spiteri-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Im Inneren des Forts sollte eine <a href="Planstadt" title="Planstadt">Planstadt</a> nach dem Vorbild <a href="Valletta" title="Valletta">Vallettas</a> erbaut werden. Durch das rechtwinklige Straßennetz wurden vierundzwanzig Blocks erschlossen, die größtenteils eine rechteckige Form hatten. Im Zentrum des Forts sollten an einem größeren Platz auf gegenüberliegenden Seiten der Gouverneurspalast und eine Kirche gebaut werden. Andere Blocks waren für den Bau von Kasernen und Magazinen vorgesehen oder sollten im Falle einer Belagerung die Bevölkerung Gozos mit ihrem Vieh und sonstigen Vorräten aufnehmen. Diese Planungen wurden jedoch nie umgesetzt, der innere Raum des Forts blieb zunächst unbebaut. Grund war die Tatsache, dass die westliche und ostwärtige Befestigung des Forts als zu schwach und verletzlich angesehen wurde. Charles de Boulamaque schlug schon 1761 den Bau von mächtigen Retrenchments hinter diesen Wällen vor. Der Bau dieser Anlagen hätte den für die Anlage einer Siedlung verfügbaren Raum deutlich verringert. Boulamaque schlug weiterhin den Bau eines nördlich vorgelagerten <a href="Redoute_(Festung)" title="Redoute (Festung)">Redoute</a> vor. Letztendlich wurden weder die Redoute noch die Retrenchments errichtet, diese Planungen verhinderten jedoch die Anlage der geplanten Siedlung im Inneren des Forts.<sup id="cite_ref-Hughes_2-5" class="reference"><a href="#cite_note-Hughes-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Militärische_Nutzung"><span id="Milit.C3.A4rische_Nutzung"></span>Militärische Nutzung</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Französische_Besetzung_der_Inseln"><span id="Franz.C3.B6sische_Besetzung_der_Inseln"></span>Französische Besetzung der Inseln</h3></div>
<p>Fort Chambray hatte lediglich einen militärischen Einsatz. Während der Besetzung der Insel Gozo landeten die französischen Truppen unter General <a href="Jean-Louis-Ebenezer_Reynier" title="Jean-Louis-Ebenezer Reynier">Jean-Louis-Ebenezer Reynier</a> in der ostwärts der <a href="San_Blas_Bay" title="San Blas Bay">San Blas Bay</a> gelegenen Halbinsel Rdum il-Kbir am 10. Juni 1798 an. Die 3. Kompanie der Grenadiere und die 95. <a href="Halbbrigade" title="Halbbrigade">Halbbrigade</a> umgingen damit die in der San Blas Bay errichten vier modernen Küstenbatterien und griffen anschließend die an der rechten Flanke der Bay gelegene Redoute an. Die Verteidigung der Truppen des Ordens löste sich daraufhin auf. Sie wichen ungeordnet auf Fort Chambray zurück. Die französischen Truppen folgten ihnen. Nach einigen Schüssen auf die Angreifer ergab sich die Besatzung des Forts. Mit Einbruch der Dämmerung war ganz Gozo von französischen Truppen besetzt.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Nach Ausbruch des Aufstandes der einheimischen Bevölkerung im September 1798 blockierte die <a href="Royal_Navy" title="Royal Navy">Royal Navy</a> unter <a href="Horatio_Nelson%2C_1._Viscount_Nelson" title="Horatio Nelson, 1. Viscount Nelson">Horatio Nelson</a> zusammen mit einer portugiesischen Flotte unter dem Marquis de Nizza ab dem 12. Oktober die Inseln. Am 28. Oktober landete schließlich Captain <a href="Alexander_Ball" title="Alexander Ball">Alexander Ball</a> mit einem kleinen Kontingent britischer Truppen auf den Inseln, um den Aufstand zu unterstützen und vor allem den dringend benötigten Nachschub zu sichern. Fort Chambray wurde am gleichen Tage von britischen Truppen unter Cresswell angegriffen und erobert. Nachfolgend verlagerten sich die militärischen Auseinandersetzungen auf die Hauptinsel, Fort Chambray blieb in britischer Hand.<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Britische_Besatzungszeit">Britische Besatzungszeit</h3></div>

<p>Während der britischen Besatzungszeit verlor das Fort an militärischer Bedeutung. Die Briten konzentrierten sich zunächst auf die Verteidigung des Bereiches um den <a href="Grand_Harbour" title="Grand Harbour">Grand Harbour</a>. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts war das Fort von der Entwicklung der Artillerie überholt. Lieutenant-Colonel <a href="William_Jervois" title="William Jervois">William Jervois</a>, <i>Deputy Director of Work for Fortifications</i><sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und Mitglied der <a href="Royal_Commission_on_the_Defence_of_the_United_Kingdom" title="Royal Commission on the Defence of the United Kingdom">Royal Commission on the Defence of the United Kingdom</a> inspizierte 1864–1866 <a href="Aden" title="Aden">Aden</a>, <a href="Gibraltar" title="Gibraltar">Gibraltar</a> und Malta und legte am 23. Juni 1866 seinen Bericht zu Malta unter dem Titel “Memorandum with reference to the improvements to the defences of Malta and Gibraltar, rendered necessary by the introduction of Iron Plated Ships and powerful rifled guns” vor. Infolge des Berichtes wurden an den landungsgefährdeten Abschnitten der Hauptinsel Küstenbefestigungen ausgebaut oder neu errichtet. Eine Befestigung der Insel Gozo sah der Bericht nicht vor. Auch spätere britische Verteidigungsplanungen berücksichtigten Gozo nicht.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Hospital">Hospital</h3></div>
<p>Das Fort diente nachfolgen zunächst der Unterbringung britischer Truppen. Im Inneren des Forts wurden dreistöckige Kasernen erbaut, in denen 250 Soldaten untergebracht werden konnten. 1830 wurde innerhalb der Festung ein kleines Hospital angelegt. Es verfügte über vier Stationen mit eigener Küche und Chirurgie. Das Hospital konnte zwanzig Kranke bzw. Verwundete aufnehmen. Von zeitgenössischen Beobachtern wurde das Hospital als außergewöhnlich komfortabel eingeschätzt.<sup id="cite_ref-ghajnsielem_8-0" class="reference"><a href="#cite_note-ghajnsielem-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>1853 brach der <a href="Krimkrieg" title="Krimkrieg">Krimkrieg</a> aus. Bis zu seinem Ende 1856 wurden in dem Hospital Verwundete aus diesem Krieg behandelt. Für ihre Unterbringung wurden dreißig große Holzbaracken errichtet, von denen jede fünfzig Verwundete aufnehmen konnte. Zusätzlich wurden mehrere Bäder und zwei Leichenhallen erbaut. Das Personal bestand aus einem Superintendenten, einem Nachschuboffizier, einem Apotheker, vier Chirurgen und vier <a href="Feldscher" title="Feldscher">Feldscheren</a>. Die Ausrüstung wurde in zeitgenössischen Berichten als außerordentlich gut bezeichnet. Nach dem Ende des Krimkrieges wurden die Anlagen von britischen Seeleuten und Soldaten, aber auch von der maltesischen Zivilbevölkerung genutzt.<sup id="cite_ref-ghajnsielem_8-1" class="reference"><a href="#cite_note-ghajnsielem-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>1882 wurden während eines britisch-ägyptischen Konflikts die militärisch-medizinischen Tätigkeiten im Zuge der Bekämpfung der <a href="Urabi-Bewegung" title="Urabi-Bewegung">Urabi-Bewegung</a> in Ägypten wieder aufgenommen. Der massenhafte Zustrom von Verwundeten setzte nach dem Marsch nach Kassassin und der <a href="Schlacht_von_Tel-el-Kebir" title="Schlacht von Tel-el-Kebir">Schlacht von Tel-el-Kebir</a> ein. Neben militärischen Personal wurden auch fünf Krankenschwestern zur Betreuung der Verwundeten eingesetzt. Untergebracht wurden die Verwundeten in einer ehemaligen Kaserne, die 150 bis 200 Patienten aufnehmen konnte.<sup id="cite_ref-ghajnsielem_8-2" class="reference"><a href="#cite_note-ghajnsielem-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Während des <a href="Erster_Weltkrieg" title="Erster Weltkrieg">Ersten Weltkrieges</a> nahm das Hospital vor allem <a href="Rekonvaleszenz" title="Rekonvaleszenz">Rekonvaleszenten</a> auf. Dadurch konnten die überfüllten Hospitäler auf Malta, so das <a href="Royal_Navy_Hospital_Mtarfa" title="Royal Navy Hospital Mtarfa">Royal Navy Hospital Mtarfa</a>, entlastet werden. Insgesamt wurden von Oktober 1915 bis zum März 1916 1579 Soldaten behandelt. Im Oktober und November 1915 nahm das Hospital wöchentlich 2000 Verwundete aus der <a href="Schlacht_von_Gallipoli" title="Schlacht von Gallipoli">Schlacht von Gallipoli</a> auf, dazu kamen zwischen dem 2. und 9. Dezember 1915 nochmals 6341 Verwundete der <a href="Erster_Weltkrieg#Kriegsjahr_1915" title="Erster Weltkrieg">Salonika-Expedition</a>. Mit dem Rückgang der Verwundetenzahlen konnte die Rekonvaleszenzeinrichtung im März 1916 geschlossen werden.<sup id="cite_ref-ghajnsielem_8-3" class="reference"><a href="#cite_note-ghajnsielem-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Friedhöfe"><span id="Friedh.C3.B6fe"></span>Friedhöfe</h3></div>
<p>Es existierten insgesamt 3 Friedhöfe auf dem Areal der Festung. Sie wurden ab 1800 angelegt. Ein Friedhof für Protestanten befand sich innerhalb der Festung. Zwei weitere, einer für Katholiken und ein zweiter für Protestanten lagen außerhalb der Festungsmauern im Graben. Der Garnisonsfriedhof für die britischen Truppen wurde Mitte der 1980er Jahre rücksichtslos zerstört, um Platz für eine touristische Anlage zu schaffen. Die Anlage wurde jedoch nie wie geplant errichtet. Unter den zerstörten Grabmalen befanden sich auch kulturhistorisch wertvolle, im neoklassizistischen Stil errichtete freistehende Sarkophage. Die Überreste des Friedhofs wurden im Juli 1991 endgültig beseitigt und die Toten zum Friedhof Santa Maria in der Nähe von <a href="Xewkija" title="Xewkija">Xewkija</a> überführt. Die Zerstörung des Friedhofes wird teilweise als schwerer Verlust des kulturellen Erbes der Insel und Akt des Vandalismus betrachtet.<sup id="cite_ref-ghajnsielem_8-4" class="reference"><a href="#cite_note-ghajnsielem-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Zivile_Nutzung">Zivile Nutzung</h2></div>

<p>Das Hospital innerhalb der Festung wurde ab 1916 nicht mehr durch das Militär genutzt. Von 1934 bis 1983 diente die Anlage als <a href="Psychiatrische_Klinik" title="Psychiatrische Klinik">psychiatrische Klinik</a>, in der bis zu 200 chronisch Kranke aufgenommen wurden. Die ehemaligen Unterkünfte für verheiratete Soldaten wurden, da von der psychiatrischen Klinik entfernt gelegen, als <a href="Lepra" title="Lepra">Leprastation</a> genutzt. Am 9. Dezember nahm die Station ihre Tätigkeit auf, als fünfzehn Patienten von der Hauptinsel überführt wurden. Die Nutzung der <i>Sacred Heart Hospital</i> genannten Einrichtung endete 1956.<sup id="cite_ref-ghajnsielem_8-5" class="reference"><a href="#cite_note-ghajnsielem-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Im Jahre 1971 sollte ein Hotelkomplex mit 320 Betten entstehen. 1987 versuchte ein lokaler Veranstalter sogenannte Festungsferien anzubieten. In den frühen 1990er Jahren gab es erneut Projekte, das Areal zu einem Ferienkomplex auszubauen. Sämtliche Projekte und Arbeiten wurden im Juli 2003 gestoppt. 2004 unterzeichnete der damalige Minister für IT&amp;Investment <a href="Austin_Gatt" title="Austin Gatt">Austin Gatt</a> ein Abkommen mit einem gozitanischen Geschäftsmann. Ziel dieses Abkommens war es, Fort Chambray in eine luxuriöse Apartmentsiedlung umzuwandeln. Das Projekt soll in 3 Phasen abgeschlossen sein. In den letzten Jahren kam es öfter zu Kontroversen bezüglich der Vorgehensweise der maltesischen Regierung beim Verkauf. Ebenso wird in der Öffentlichkeit angemahnt, dass beim Bau der Appartements historische Bausubstanz zerstört wird.<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li><a href="Stephen_C._Spiteri" title="Stephen C. Spiteri">Stephen C. Spiteri</a>: <i>The Knight’s Fortifications: an Illustrated Guide of the Fortifications built by the Knights of St. John in Malta.</i> Book distributors limited, 2001, ISBN 978-99909-72-06-1, (englisch).</li>
<li><a href="Quentin_Hughes" title="Quentin Hughes">Quentin Hughes</a>: <i>Malta. A guide to the fortifications.</i> Said International, 1993, ISBN 99909-43-07-9, (englisch).</li>
<li>Charles Stephenson: <i>The Fortifications of Malta 1530–1945.</i> Osprey Publishing Limited, 2004, ISBN 1-84176-836-7, (englisch).</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Fort_Chambray?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Fort Chambray</a></span></b>&nbsp;– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<ul><li><span class="cite">Kevin Cauchi: <a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.ghajnsielem.com/places/chambray.html"><i>Fort Chambray.</i></a> Gemeinde <a href="G%C4%A7ajnsielem" title="Għajnsielem">Għajnsielem</a>,<span class="Abrufdatum"> abgerufen am 3.&nbsp;Februar 2020</span> (englisch).</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3AFort+Chambray&amp;rft.title=Fort+Chambray&amp;rft.description=Fort+Chambray&amp;rft.identifier=http%3A%2F%2Fwww.ghajnsielem.com%2Fplaces%2Fchambray.html&amp;rft.creator=Kevin+Cauchi&amp;rft.publisher=Gemeinde+%5B%5BG%C4%A7ajnsielem%5D%5D&amp;rft.date=&amp;rft.language=en">&nbsp;</span></li>
<li><span class="cite"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://culture.gov.mt/en/culturalheritage/NICPMI_Database/1361.pdf"><i>Forti Cambray / Fort Chambrai.</i></a> (PDF; 553&nbsp;kB) In: <i>National Inventory of the Cultural Property of the Maltese Islands.</i> Superintendence of Cultural Heritage, 28.&nbsp;Juni 2013<span style="display:none">;</span><span class="Abrufdatum" style="display:none"> abgerufen am 7.&nbsp;September 2020</span> (englisch).</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3AFort+Chambray&amp;rft.title=Forti+Cambray+%2F+Fort+Chambrai&amp;rft.description=Forti+Cambray+%2F+Fort+Chambrai&amp;rft.identifier=https%3A%2F%2Fculture.gov.mt%2Fen%2Fculturalheritage%2FNICPMI_Database%2F1361.pdf&amp;rft.publisher=Superintendence+of+Cultural+Heritage&amp;rft.date=2013-06-28&amp;rft.language=en">&nbsp;</span></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">Quentin Hughes: <i>Malta. A guide to the fortifications.</i> S. 80–83.</span>
</li>
<li id="cite_note-Hughes-2"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-Hughes_2-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Hughes_2-1">b</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Hughes_2-2">c</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Hughes_2-3">d</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Hughes_2-4">e</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Hughes_2-5">f</a></sup></span> <span class="reference-text">Quentin Hughes: <i>Malta. A guide to the fortifications.</i> S. 77–79.</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.ghajnsielem.com/pictures/chambray%20diagram%203.jpg">zum Aufbau der Landfront siehe auch die Darstellung von Stephen C. Spiteri</a></span>
</li>
<li id="cite_note-Spiteri-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-Spiteri_4-0">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.ghajnsielem.com/pictures/chambray%20diagram%201.jpg">zum Aufbau des Forts siehe auch die Darstellung von Stephen C. Spiteri</a></span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text">Quentin Hughes: <i>Malta. A guide to the fortifications.</i> S. 20–24.</span>
</li>
<li id="cite_note-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-6">↑</a></span> <span class="reference-text">Quentin Hughes: <i>Malta. A guide to the fortifications.</i> S. 24–36.</span>
</li>
<li id="cite_note-7"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-7">↑</a></span> <span class="reference-text">Donald M. Schurman, John Francis Beeler: <i>Imperial Defence, 1868–1887.</i> Routledge, 2000, S. 32.</span>
</li>
<li id="cite_note-ghajnsielem-8"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-ghajnsielem_8-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-ghajnsielem_8-1">b</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-ghajnsielem_8-2">c</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-ghajnsielem_8-3">d</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-ghajnsielem_8-4">e</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-ghajnsielem_8-5">f</a></sup></span> <span class="reference-text">siehe <style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261891140">
/* start https://de.wikipedia.org/ */


.mw-parser-output .webarchiv-memento a{color:inherit}


/* end https://de.wikipedia.org/ */
</style><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20110710024150/http://www.ghajnsielem.com/places/chambray_cemetery.html"><i>Chambray Hospital and the Cemetery.</i></a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 10. Juli 2011 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>) Ghajnsielem.com</span>
</li>
<li id="cite_note-9"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-9">↑</a></span> <span class="reference-text"><span class="cite">Mark Micallef: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.timesofmalta.com/articles/view/20100103/local/fort-chambray-is-it-falling-apart.288356"><i>Fort Chambray far from abandoned.</i></a> <a href="The_Times_of_Malta" title="The Times of Malta">The Times of Malta</a>, 3.&nbsp;Januar 2010,<span class="Abrufdatum"> abgerufen am 3.&nbsp;Februar 2020</span> (englisch).</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3AFort+Chambray&amp;rft.title=Fort+Chambray+far+from+abandoned&amp;rft.description=Fort+Chambray+far+from+abandoned&amp;rft.identifier=http%3A%2F%2Fwww.timesofmalta.com%2Farticles%2Fview%2F20100103%2Flocal%2Ffort-chambray-is-it-falling-apart.288356&amp;rft.creator=Mark+Micallef&amp;rft.publisher=%5B%5BThe+Times+of+Malta%5D%5D&amp;rft.date=2010-01-03&amp;rft.language=en">&nbsp;</span></span>
</li>
</ol>
<p><span class="geo noexcerpt" style="display:none"><span class="body"></span><span class="latitude">36.020833333333</span><span class="longitude">14.293333333333</span><span class="elevation"></span></span><span id="coordinates" class="coordinates -print"><span title="Koordinatensystem WGS84">Koordinaten: </span><a class="external text" href="geo:36.020833333333,14.293333333333"><span title="Breitengrad">36°&nbsp;1′&nbsp;15″&nbsp;<abbr title="Nord">N</abbr></span>, <span title="Längengrad">14°&nbsp;17′&nbsp;36″&nbsp;<abbr title="Ost">O</abbr></span></a></span>
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